Antigone

28 November 2009 - 8:00pm - 11:00pm
Danièle Huillet & Jean-Marie Straub, Germany/France 1992, 90 min
35mm projection, German Version with French subtitles

Die Antigone des Sophokles nach der hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht 1948 (Suhrkamp Verlag) (Antigone)

In Antigone, violence is explained as inadequacy. The war against Argos is the result of mismanagement in Thebes. The robbed ones are obliged to become robbers themselves. The undertaking is beyond their strength. Instead of holding their strength together, violence breaks it down. Basic human elements explode when they are suppressed too much. This throws everything apart and towards destruction.
(Danièle Huillet, Jean-Marie Straub)


Ich würde Antigone als Komödie bezeichnen. Die vier Figuren im Film sind von einen griechischen Chor so verschieden wie die vier Musketiere. Sie haben manchmal Recht, wie auch Kreon manchmal Recht hat, und sind darüber hinaus meistens schwierig, opportunistisch und schamlos selbstverleugnend. Über diese Gangster kann man lachen. Der Wächter hat auch eine Komik. Das gab es schon in Othon (1969) und in Der Tod des Empedokles (1968), nicht aber mit diesen Gesten, wie wir sie hier durch den Darsteller des Kreon zum Beispiel hatten, die sehr viel mit Stummfilm zu tun haben. Überhaupt haben diese Filme mehr mit dem Stummfilm zu tun als die so genannten filmischen Filme der Gegenwart, weil das Bild in allen Teilen gleichwertig ist und der Mensch nicht der Mittelpunkt des Bildes, sondern genauso wichtig ist wie eine Lichtbewegung oder ein Windstoß. Das ist es, was wir suchen. (Jean-Marie Straub)

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